Aktuelle Lehrveranstaltungen Sommersemester 2018

Vorlesung: Erzählprosa zwischen Wiener Kongress und Revolution von 1848/49. Spätromantik – Biedermeier – Vormärz

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem vormals undenkbaren Aufstieg der Erzählprosa, an dem sowohl die antiklassizistische, gegen den Primat der versgebundenen Dichtung opponierende Romantik als auch die Jungdeutschen erheblichen Anteil hatten. Während die sich seit dem Wiener Kongress immer stärker restaurativ und regional(historisch) ausrichtende Spätromantik bis in die 1840er Jahre behauptete, konnte das Junge Deutschland kaum breitere Leserkreise jenseits der professionellen Eliten erreichen, weil es wegen der voranschreitenden Alphabetisierung mit einem ständig wachsenden Publikum konfrontiert war, das weniger an provokativen literarischen Innovationen als an gebildeter Unterhaltung interessiert war. Dennoch ist auch die von diesem Lesepublikum bevorzugte, in den Zeitschriften der Honoratiorenpublizistik sowie den neuen Printmedien der Almanache und Taschenbücher vorgelegte Biedermeierliteratur zumindest in ihren Gipfelleistungen als hochwertige Erzählprosa einzuschätzen. Die Vorlesung stellt Erzählungen der Spätromantik, des Biedermeier und Vormärz in chronologischer Reihenfolge vergleichend vor und lotet deren Zugehörigkeit zu einer Epoche aus, für die sich wegen ihrer thematischen und formalen Reichhaltigkeit bis heute kein konsensueller Epochenbegriff herausgebildet hat.

Termin: Dienstag, 10–12 Uhr, Raum O.07.28 (HS 22), Beginn am 17.04.2018

Hauptseminar: Erzählungen der Spätromantik und des Biedermeier

Die Frage, wann die Romantik endet und das Biedermeier beginnt, ist mit dem Hinweis auf die durch den Wiener Kongress und die Entstehung des Deutschen Bundes in den Jahren 1814/15 markierte Zäsur nur höchst unzureichend beantwortet. Obwohl diese politische Zäsur auch für die Entwicklung der Kunst und Literatur nicht folgenlos blieb und seit den 1820er Jahren Dichtungen publiziert wurden, die definitiv als biedermeierliche Werke bezeichnet werden können, blieb die Romantik – man denke nur an Ludwig Tieck oder Joseph von Eichendorff – nach wie vor präsent und beeinflusste das literarische Leben bis in die 1840er Jahre. Das Seminar möchte diese Gleichzeitigkeit des (vermeintlich) Ungleichzeitigen in den Blick nehmen und die Interferenzen von Spätromantik und Biedermeier diskutieren. Dazu werden nach einleitenden Sitzungen zur Sozial- und Mediengeschichte des Lesens E.T.A. Hoffmanns Die Bergwerke zu Falun (1819), Karl Leberecht Immermanns Der Karnaval und die Somnambüle (1830), Ludwig Tiecks Des Lebens Überfluss (1839), Annette von Droste-Hülshoffs Die Judenbuche (1842) und Adalbert Stifters Brigitta (1844/47) in der Reihenfolge ihrer Erstpublikation behandelt.
Der Besuch der parallel zu diesem Seminar angebotenen Vorlesung Erzählprosa zwischen Wiener Kongress und Revolution von 1848/49. Spätromantik – Biedermeier – Vormärz ist erwünscht.

Termin: Freitag, 10–12 Uhr, Raum O.08.23, Beginn am 20.04.2018

Proseminar: Barocklyrik (2 Kurse)

Das Seminar hat einführenden Charakter. Nach einer kurzen Rekapitulation einschlägiger Aspekte der Lyrikanalyse werden die poetologischen Grundlagen (Regelpoetik, Rhetorik), sozialen sowie kulturellen Voraussetzungen (Ständegesellschaft, Gelehrtendichtung, Sprachgesellschaften) und geschichtlichen Rahmenbedingungen (Absolutismus, Dreißigjähriger Krieg) der Dichtung des 17. Jahrhunderts thematisiert. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen exemplarische Analysen wichtiger Gedichtformen wie Sonett, Epigramm, Kirchenlied oder Figurengedicht und die Beschäftigung mit zentralen Themenfeldern: Vergänglichkeit und memento mori, Frömmigkeit und Mystik, carpe diem sowie Petrarkismus und galante Lyrik. Einbezogen wird auch die zu den vielfältigsten Anlässen verfasste Gelegenheitsdichtung (Kasuallyrik).

Termin Kurs I: Dienstag, 14–16 Uhr, Raum O.08.23, Beginn am 17.04.2018
Termin Kurs II: Freitag, 12–14 Uhr, Raum O.08.29, Beginn am 20.04.2018

Kandidatenkolloquium

Vorgestellt und diskutiert werden im Entstehen begriffene schriftliche Abschlussarbeiten und allgemeine methodologische Probleme der Literaturwissenschaft.
Teilnahme nur auf persönliche Einladung möglich.

Termin: Dienstag, 16–18 Uhr, Raum G.10.06 (HS 06), Beginn am 17.04.2018

Wegweiser